Ein neues Bild ist geboren
Heute ist etwas entstanden, das mich tief berührt hat.
Es begann mit einem Bild von mir und einem Einhorn.
Als das Bild fertig war, habe ich lange davor gesessen. Ich habe geweint. Nicht aus Traurigkeit. Eher aus dem Gefühl heraus, dass etwas endlich an seinem Platz angekommen ist.
Acht Jahre lang bin ich einen Weg gegangen.
Viele Menschen denken, Heilung sei ein gerader Weg nach vorne. Für mich war es anders. Zuerst musste ich lernen loszulassen.
Alte Geschichten.
Alte Loyalitäten.
Alte Lasten.
Manches davon gehörte gar nicht zu mir.
Ganz langsam entstand etwas, das vorher kaum da war: ein eigenes Ich.
Heute habe ich zum ersten Mal das Gefühl, dass dieses Ich stark genug geworden ist, die Zügel in die Hand zu nehmen.
Nicht mit Gewalt.
Nicht gegen das Einhorn.
Sondern gemeinsam mit ihm.
Das Einhorn steht für etwas in mir, das frei, intuitiv und lebendig ist. Lange hatte ich Angst, es zu führen. Ich glaubte, ich würde ihm seine Freiheit nehmen. Heute verstehe ich etwas anderes:
Führung und Freiheit schließen sich nicht aus.
Man kann die Zügel halten und trotzdem vertrauen.
Man kann seinen Weg wählen und sich gleichzeitig geführt fühlen.
Während dieses Prozesses entstand noch ein weiteres Bild: eine junge Frau, die sich an einen schwarzen Panther lehnt.

Der Panther gehört zu einer anderen Zeit meines Lebens.
Er erzählt von Überleben, von Instinkt, von jener wilden Kraft, die mich durch Jahre getragen hat, in denen Freiheit oft nur ein innerer Ort war.
Der Panther hat mich beschützt.
Das Einhorn lädt mich ein, zu leben.
Deshalb gehören die beiden Bilder zusammen – und doch erzählen sie unterschiedliche Geschichten.
Heute feiere ich das Bild mit dem Einhorn.
Für mich ist es ein Geburtsbild.
Manche Geburtstage stehen in keinem Kalender.
Dieser schon.
- Mai 2026.



